Mittwoch, Mai 18, 2022

Moderne Krebsmedizin: Zusammenspiel innovativer Therapien

Berlin (ots) –

Immer weniger Menschen versterben in Deutschland an Krebs. In den vergangenen 20 Jahren sank die Sterberate um etwa ein Viertel. Zu verdanken ist diese Entwicklung einer Vielzahl an effektiven Therapiemöglichkeiten: Neben den Fortschritten im Bereich der Früherkennung und operativen Behandlung von Tumoren haben sich vor allem zielgerichtete Arzneimittel und moderne Ansätze in der Immun- sowie Gen- und Zelltherapie entscheidend weiterentwickelt. Und es geht weiter: Weltweit forschen mindestens 740 pharmazeutische Unternehmen an der Entwicklung neuer Krebstherapien. Eine gute Nachricht zum Weltkrebstag!

Krebstherapien leben von Innovationen

Pharmazeutische Unternehmen forschen seit vielen Jahren an neuen Therapiemöglichkeiten. „Das übergeordnete Ziel der Krebsforschung ist es, den komplexen Krankheitsverlauf unterschiedlicher Tumorarten mehr und mehr zu verstehen. Darauf aufbauend entwickelt die pharmazeutische Industrie innovative und zielgerichtete Therapien, die für das individuelle Krankheitsbild der Patienten optimiert wurde“, erklärt Dr. Pablo Serrano, Geschäftsfeldleiter für Innovation und Forschung sowie Biotechnologie beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). „Insbesondere auf dem Gebiet der Gen- und Zelltherapie gibt es viel Bewegung. Diese Therapien nutzen die durch genetische Modifizierung gezielte Aktivierung der Immunzellen von Patienten, um Tumorzellen zu bekämpfen. Besonders bei einigen Blutkrebsarten greifen die Ansätze bereits sehr gut“, sagt Dr. Serrano.

Moderne Immuntherapien

Die Therapieerfolge der letzten Jahre zeigen, dass Immuntherapien das Abwehrsystem des Körpers dazu bringen können, Krebszellen eigenständig als schädlich zu identifizieren und daraufhin zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Ansätze: darunter die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren, CAR-T-Zell-Therapien oder monoklonalen Antikörper.

Bei der CAR-T-Zell-Therapie entnehmen Mediziner die Abwehrzellen (T-Zellen) eines Krebspatienten, verbessern diese gentechnisch im Labor mit zielgerichteten Tumorabwehreigenschaften und setzen sie wieder zur Krebszellenbekämpfung im Körper ein. Immun-Checkpoint-Inhibitoren greifen im Gegensatz dazu nicht in die direkte Zerstörung des Tumors ein. Krebszellen besitzen besondere Eigenschaften und schaffen es, sich vor körpereigenen Abwehrzellen zu verstecken. Immun-Checkpoint-Inhibitoren demaskieren vielmehr die Tumorzellen und machen sie somit angreifbar für das körpereigene Immunsystem.

Die größten Therapieerfolge der vergangenen Jahre erzielten vor allem Kombinations-Immuntherapien bei Tumortypen, die als „schwer behandelbar“ galten – so zum Beispiel beim Lungenkarzinom oder Schwarzen Hautkrebs. Dank innovativer Immuntherapien können sich bestimmte fortgeschrittene Krebsarten zu chronifizierten Erkrankungen entwickeln. Für Patientinnen und Patienten erhöht sich somit die Lebenserwartung.

Medizinischer Fortschritt kommt allerdings nicht über Nacht: „Die große Herausforderung für die pharmazeutische Industrie besteht darin, die besonderen Mechanismen von Krebserkrankungen zu entschlüsseln und Therapieansätze immer wieder neu zu justieren und zu kombinieren“, betont Dr. Serrano. Die Fortschritte in der Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten sind ein beachtlicher Erfolg. Viele gängige Wirkstoffgruppen von Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter Krebsarten, wie zum Beispiel Brustkrebs, sind heute Teil der Basisversorgung. Zwei von drei Krebstherapien erfolgen mit generischen Arzneimitteln – Nachahmerprodukten, die nach Ablauf des Patentschutzes einem Originalpräparat in seiner Darreichungsform, seinem Wirkstoff und seiner Wirkstärke gleichen. Doch auch in Zukunft gilt es, an weiteren Stellschrauben zu drehen und die Arzneimittelversorgung von Krebspatientinnen und -patienten zu optimieren.

Pressekontakt:
Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, [email protected]
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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