Dienstag, Mai 17, 2022

Ältere Menschen im Straßenverkehr besonders gefährdet / Wer gut hört, senkt sein Unfallrisiko

Mainz (ots) – Hupende Autos von rechts, Fahrradklingeln von hinten, E-Scooter von vorne – und aus welcher Richtung schallt jetzt auch noch die Sirene von Rettungswagen oder Polizei? Wer sich im Straßenverkehr sicher bewegen will, braucht gerade in unübersichtlichen Situationen ein gutes Gehör und sollte es auch regelmäßig überprüfen lassen. „Mit zunehmendem Alter ist es ganz natürlich, dass sich das Hören verschlechtert. Ein Hörverlust kommt zumeist schleichend und wird darum von vielen Menschen selbst oft erst spät wahrgenommen“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). Wer aber mit unentdeckter und unversorgter Hörschwäche unterwegs ist, erhöht sein Unfallrisiko.

Laut Verkehrssicherheitsreport 2021 „Mobilität im Alter“ der Prüfgesellschaft Dekra sind ältere Menschen im Straßenverkehr besonders gefährdet. In der Europäischen Union entfielen demnach knapp 30 Prozent aller Verkehrstoten auf die Altersgruppe 65 Jahre oder älter. „Ein Hörtest ist neben einem Sehtest ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit für sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Er dauert nicht lange, ist bei Hörakustikern in der Regel kostenfrei und gibt Gewissheit, ob sich die Hörschwäche mit einem Hörsystem ausgleichen lässt“, rät Marianne Frickel.

Mehr Sicherheit durch gutes Hören mit beiden Ohren

Gerade das Richtungshören macht mit zunehmendem Alter oft Probleme. Menschen fällt es dann schwer einzuordnen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Das kann dazu führen, dass auf Gefahren wie ein herannahendes Auto beim Überqueren der Straße nicht mehr schnell genug reagiert werden kann.

Um lange sicher mobil zu sein, ist es darum wichtig, auf beiden Ohren gut zu hören. Denn das binaurale Hören, also das Hören mit beiden Ohren, ist entscheidend fürs räumliche oder Richtungshören. „Der Schall erreicht das ihm zugewandte Ohr schneller, als das von ihm abgewandte. Aus dieser Information leitet das Gehirn automatisch ab, aus welcher Richtung Gefahr droht. Das sorgt dafür, dass der Blick dorthin geht“, erklärt Marianne Frickel. Nicht nur bei Dunkelheit, schlechten Sichtverhältnissen oder in den dunkleren Jahreszeiten wie Herbst und Winter ist es wichtig, dass man sich auf seinen Hörsinn voll verlassen kann. Auch bei unübersichtlichen Situationen hilft gutes räumliches Hören dabei, den Überblick zu behalten. „Häufig werden bei Schwerhörigkeit Hörsysteme für beide Ohren empfohlen, also eine sogenannte binaurale Versorgung, da sich diese positiv auf das Richtungshören und das Sprachverständnis auswirkt“, informiert Marianne Frickel. Das kann dabei helfen, lange mobil zu bleiben und sich aktiv und sicher durchs Leben zu bewegen.

Weitere Infos rund ums Hören und um die Hörsystemversorgung gibt es auf der Service-Webseite www.richtig-gut-hoeren.de.

Hörakustikerinnen und Hörakustiker in Wohnortnähe findet man beispielsweise über die Website www.hoerakustiker-suche.de.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit über 6.800 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit modernsten Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Die Versorgungsqualität im Bereich von Hörsystemen ist in Deutschland sehr gut, das bestätigt die größte jemals von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) durchgeführte Versichertenbefragung zur Hörsystemversorgung in Deutschland. Rund 90 Prozent der Versicherten waren „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation. Und das unabhängig davon, ob der Versicherte eine mehrkostenfreie Versorgung gewählt oder eine private Zuzahlung geleistet hat.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen u.v.m. zuständig. Er berät zu Gehörschutz, Tinnitus und allem rund ums Hören.

Pressekontakt:
Michael Skwarciak, M.A. (biha), [email protected]
Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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