Mittwoch, Februar 8, 2023

Pharma-Daten 2022: Pharmabranche leistet trotz massiver Belastungen erheblichen Beitrag zur GKV-Finanzstabilisierung

Berlin (ots) –

Die Pharmadaten 2022 des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) zeigen: Über verschiedene Herstellerabschläge leistete die pharmazeutische Industrie in Deutschland bis zum Jahresende 2022 voraussichtlich rund 7,3 Milliarden Euro zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dies entspricht einem Anstieg von rund 12,5 Prozent. Gleichzeitig waren und sind pharmazeutische Unternehmen anhaltend von den Folgen der Pandemie, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der Energiekrise sowie von neuen gesetzlichen Eingriffen zur GKV-Finanzstabilisierung betroffen. Ein solches Konglomerat an Krisen belastet pharmazeutische Hersteller auf eine zuvor nie da gewesene Art und Weise. Zunehmend könnten sich pharmazeutische Hersteller gezwungen sehen, Produkte vom Markt zu nehmen, um überhaupt noch wirtschaftlich agieren zu können.

Im August und September 2022 verzeichnete die pharmazeutische Industrie die höchsten Anstiege der gewerblichen Erzeugerpreise gegenüber einem Vorjahresmonat (um 45,8 Prozent) seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Die gestiegenen Kosten für die Arzneimittelproduktion kann die Industrie allerdings aufgrund von politisch regulierten Preismechanismen nicht kompensieren. Zusätzlich billigt die Politik mit dem neuen Spargesetz eine noch stärkere Belastung pharmazeutischer Hersteller. Und das, obwohl der Ausgabenanteil für Arzneimittel seitens der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland seit Jahren relativ konstant ist. Die Pharmadaten 2022 bestätigten: Nach wie vor entfallen auf die pharmazeutische Industrie nach Abzug der Handelsstufen und Steuer nur rund elf Prozent der GKV-Ausgaben.

Pharmamarkt im Überblick

Allein im Jahr 2021 sparten die gesetzlichen Krankenkassen über fünf Milliarden Euro durch Rabattverträge ein. Darüber hinaus belaufen sich die Einsparungen der Krankenkassen durch die Verhandlung von Erstattungsbeträgen in diesem Jahr auf voraussichtlich rund 5,5 Milliarden Euro bis zum Jahresende. Zum Vergleich: 2013 lag dieser Wert noch bei 144 Millionen Euro. Seit fast zwei Jahrzehnten belasten die Zwangsabschläge, aktuell in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro, sowie die seit über 30 Jahren etablierten Festbeträge mit einem jährlichen Einsparvolumen von rund acht Milliarden Euro, die pharmazeutische Industrie. Diese Zahlungen treffen jedoch gerade mittelständisch geprägte Pharmaunternehmen in Krisenzeiten besonders hart. Die politischen Eingriffe konterkarieren somit die von der Politik vielfach proklamierte Mittelstandsförderung.

Fakt ist: Kein anderer Industriezweig investierte mehr in Forschung und Entwicklung (F&E) als die pharmazeutische Branche (F&E-Intensität insgesamt rund 16,5 Prozent). Trotz dieser hohen Innovationskraft wird es pharmazeutischen Unternehmen zunehmend schwergemacht, Patientinnen und Patienten bestmöglich mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen. Zukünftige Gesundheitsreformen sollten daher einen spürbaren Beitrag zur Deregulierung und Entbürokratisierung leisten.

Damit die Bedeutung und Leistungsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie im Zuge der anstehenden gesellschaftlichen und politischen Diskussion besser wahrgenommen werden kann, leistet der BPI mit der nunmehr 52. Auflage der Pharma-Daten einen sachlichen und ausgewogenen Beitrag zu Themen wie GKV-Ausgaben, Arzneimittelpreise, Forschung, Produktion und die Bedeutung der Pharmaindustrie in Deutschland.

Die Pharma-Daten können über die BPI-Homepage (https://www.bpi.de/de/bibliothek/pharma-daten) heruntergeladen oder als Printversion vorbestellt werden. Zusätzlich ist die Publikation im BPI-Kiosk (https://www.bpi.de/de/newsroom/bpi-kiosk) abrufbar. In Kürze veröffentlicht der BPI auch eine englische Version.

Hinweis: Die Verwendung des Fotos ist unter der Quellenangabe BPI e.V. und in Verbindung mit der Pressemeldung honorarfrei.

Pressekontakt:
Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, [email protected]
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

Medizinische Innovationen brauchen eine gesunde Industriepolitik / Auftaktveranstaltung Fortschrittsdialog am 7. Februar mit über 150 Gästen in Berlin

Berlin (ots) - Mit der Veranstaltungsreihe "Gesunde Industriepolitik - Fortschrittsdialog" möchten sieben - in Deutschland fest verwurzelte...

Mit Stammzellen gegen chronisch-venöse Ulzera / Stiftungspreis „Wissenschaft-Wirtschaft 2022“ würdigt Zusammen-arbeit der Universität Ulm mit Stammzellunternehmen RHEACELL

Heidelberg (ots) - Für die erfolgreiche Forschungskooperation zur Entwicklung einer Stammzelltherapie für die Behandlung von Wundheilungsstörungen erhielt...

4. Asklepios Krebskongress zum Thema „Fürsorge“- mit Pflege- und Patiententag

Hamburg (ots) - Asklepios Tumorzentrum Hamburg veranstaltet hochkarätige wissenschaftliche Veranstaltung Alle zwei Jahre bringt der Asklepios Krebskongress...

Blutspende-Aktionstag bei R-Biopharm: Belegschaft hilft beim Lebenretten

Darmstadt (ots) - Die Gesundheit und Lebensqualität ihrer Mitmenschen mit verlässlicher Analytik zu verbessern, das ist das...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

Medizinische Innovationen brauchen eine gesunde Industriepolitik / Auftaktveranstaltung Fortschrittsdialog am 7. Februar mit über 150 Gästen in Berlin

Berlin (ots) - Mit der Veranstaltungsreihe "Gesunde Industriepolitik - Fortschrittsdialog" möchten sieben - in Deutschland fest verwurzelte - forschende Pharmaunternehmen (Amgen, Bayer, Boehringer Ingelheim,...

Mit Stammzellen gegen chronisch-venöse Ulzera / Stiftungspreis „Wissenschaft-Wirtschaft 2022“ würdigt Zusammen-arbeit der Universität Ulm mit Stammzellunternehmen RHEACELL

Heidelberg (ots) - Für die erfolgreiche Forschungskooperation zur Entwicklung einer Stammzelltherapie für die Behandlung von Wundheilungsstörungen erhielt die Wissenschaftlerin Professorin Dr. med. Karin Scharffetter-Kochanek...

4. Asklepios Krebskongress zum Thema „Fürsorge“- mit Pflege- und Patiententag

Hamburg (ots) - Asklepios Tumorzentrum Hamburg veranstaltet hochkarätige wissenschaftliche Veranstaltung Alle zwei Jahre bringt der Asklepios Krebskongress in der Tumormedizin Beschäftigte und Interessierte in...