Sonntag, Juni 28, 2026

BPI zur Bundestagswahl: „Wir brauchen einen gesundheitspolitischen Reset!“

Berlin (ots) –

„Wir brauchen jetzt schnell eine handlungsfähige Regierung mit klarem Wirtschaftskurs“, kommentiert BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen das Ergebnis der Bundestagswahl. „Angesichts zahlreicher Herausforderungen, von der geo- und sicherheitspolitischen Lage über Haushaltsfragen bis hin zur Infrastruktur, drängt die Zeit. Pragmatismus ist gefragt. Auch in der Gesundheitspolitik, die leider im Wahlkampf keine Rolle gespielt hat, brauchen wir einen deutlichen Kurswechsel, einen gesundheitspolitischen Reset. Deutschland muss beim Thema Innovation, Versorgungssicherheit, Prävention und Digitalisierung endlich Vorreiter in Europa sein.“

„Die Herausforderungen sind groß: Aktuell leben wir in einem schlecht organisierten, von Fehlsteuerungen geprägten Gesundheitssystem. Wir leisten uns, gemessen am BIP, die weltweit zweithöchsten Ausgaben für Gesundheit und haben gleichzeitig unterdurchschnittliche Ergebnisse“, so Joachimsen. „Und das liegt definitiv nicht an den Ausgaben für Arzneimittel, denn die betragen seit vielen Jahren schon konstant rund 11 Prozent der GKV-Gesamtausgaben. Für die Pharmaunternehmen hierzulande, bei denen es sich zu mehr als 90 Prozent um mittelständische Unternehmen handelt, wird die Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort immer schwieriger – weil es einerseits an Planungssicherheit mangelt und sie andererseits durch die überbordende Bürokratie schlicht ausgebremst werden. Wir tendieren in Deutschland dazu, jedes Detail regulieren zu wollen, doch das würgt die Innovationskraft ab. Deutschland war einmal die Apotheke der Welt – jetzt sehen wir, wie Forschung und Produktion zunehmend ins Ausland verlagert werden.“

„Dabei wollen viele Unternehmen hierzulande forschen und produzieren, denn es ist ihnen ein Anliegen, die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten sicherzustellen. Und auch die Menschen wünschen sich eine starke Pharma-Branche, die hierzulande agiert: Kurz nach der Corona-Pandemie haben sich 91 Prozent der in einer repräsentativen Erhebung Befragten genau dafür ausgesprochen. Dafür aber braucht es Mut zum großen Wurf. In unserem Masterplan Pharma (https://www.bpi.de/pharmaindustrie/standort-deutschland/masterplanpharma) haben wir umrissen, was aus unserer Sicht getan werden muss. Dazu zählen Punkte wie der Abbau von Bürokratie und Überregulierung, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie steuerliche Anreize für Unternehmen, die hierzulande forschen und produzieren. Wünschenswert wäre zudem ein besserer Zugang zu Gesundheitsdaten, um die Erforschung auch von seltenen Erkrankungen oder personalisierten Therapien schneller voranzubringen. Und insgesamt: Mehr Vertrauen in Industrie und Unternehmerschaft.

Auf die Pharmaindustrie ist Verlass: Wir sind nicht nur ein attraktiver Arbeitgeber, sondern neben der Luft- und Raumfahrt auch der forschungsintensivste Industriezweig in Deutschland, 16 Prozent unserer Umsätze gehen in Forschung und Entwicklung. Um dieses Niveau auch in Zukunft halten zu können, brauchen wir neben entsprechenden politischen Rahmenbedingungen jeden klugen Kopf, der zu uns kommen und die Zukunft des Gesundheitswesens mitgestalten möchte.“

Pressekontakt:
Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, [email protected]
Laura Perotti (Stellvertretende Pressesprecherin),
Tel. 030 27909-131, [email protected]
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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