Mittwoch, Januar 14, 2026

BPI-Pharma-Daten 2024: Industrie unter Druck

Berlin (ots) –

Die neuen „Pharma-Daten 2024“ des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) zeigen: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt angespannt und auch die pharmazeutische Industrie sieht sich mit Rückgängen in Produktion und Außenhandel konfrontiert. Diese Entwicklungen spiegeln nicht nur die gedämpfte Dynamik der (Welt-)Wirtschaft wider, sondern auch die strukturellen Belastungen innerhalb der Branche. Gleichzeitig trägt die pharmazeutische Industrie weiterhin zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung bei und ist ein bedeutender Innovationsmotor am Standort Deutschland.

Produktions- und Handelsrückgänge

Während die Produktion im Vorjahr nur minimal um 0,5 Prozent zulegen konnte, ging sie in den ersten beiden Quartalen 2024 sogar um 6,4 Prozent zurück. Auch der Außenhandel zeichnet ein rückläufiges Bild: Die Exporte pharmazeutischer Erzeugnisse sanken um 7,2 Prozent, die Importe um 10,9 Prozent. Diese Entwicklungen sind Ausdruck einer gedämpften globalen Wirtschaftsdynamik, während finanzielle Belastungen der Branche auf einem hohen Niveau verharren.

Abbildung 1: Wirtschaftliche Lage der Chemie- und Pharmaindustrie im 2. Quartal 2024 (Quelle: ©BPI).

Abbildung 2: Pharmaproduktion von 2011 – 2023 (Quelle: ©BPI).

Die finanziellen Belastungen, denen pharmazeutische Unternehmen in Deutschland ausgesetzt sind, bleiben erheblich. Zum Beispiel:

– sechs Milliarden Euro Einsparungen der Krankenkassen durch Rabattverträge jährlich,
– acht Milliarden Euro jährliche Entlastung durch Festbeträge,
– 7,3 Milliarden Euro prognostizierte Einsparungen durch Erstattungsbeträge bis Ende 2024.

Innovationskraft bleibt ungebrochen

Neben all diesen Herausforderungen bleibt die pharmazeutische Industrie ein Innovationsmotor: Mit einer beachtlichen Forschungsintensität zählt Deutschland weiterhin zu den führenden Biotechnologie-Standorten weltweit. Mit Re-Investitionen von rund 16 Prozent vom Branchenumsatz in Forschung und Entwicklung (F&E) toppt die Branche den Fahrzeugbau und die Elektroindustrie deutlich.

Positive Impulse kommen auch aus dem Tierarzneimittelmarkt – insbesondere durch Innovationen im Haustiersegment. Hier verzeichnete der Markt ein solides Wachstum mit einem Umsatz von 965 Millionen Euro. Derzeit werden in der Europäischen Union durchschnittlich rund acht Prozent des Gesamtumsatzes im Bereich Tiergesundheit für Forschungsaufwendungen reinvestiert.

Umfassender Branchenüberblick mit neuen Schwerpunkten

Die 54. Auflage der BPI-Pharma-Daten stellt die Leistungsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie dar. Erstmals neu in der Ausgabe 2024 sind Kapitel zur wirtschaftlichen Gesamtlage und zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA).

Mit anschaulichen Grafiken, Zahlen und Fakten bietet die kostenfreie Broschüre detaillierte Analysen und ist damit ein unverzichtbares Nachschlagewerk für Fachleute und Interessierte. Der BPI veröffentlicht die Branchendaten turnusgemäß einmal im Jahr.

Die BPI-Pharma-Daten 2024 stehen ab sofort als Download zur Verfügung und können auch als Printversion bestellt werden. (https://www.bpi.de/bibliothek/pharma-daten)

Pressekontakt:
Andreas Aumann (Pressesprecher), Tel. 030 27909-123, [email protected]
Laura Perotti (Stellvertretende Pressesprecherin),
Tel. 030 27909-131, [email protected]
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

BAR-Fachgespräch 2026: Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung / Dialog-Veranstaltung am 28. und 29. April 2026 in Kassel

Frankfurt am Main/Kassel (ots) - In Deutschland begegnen sich mit Rehabilitation und Pflege zwei eigenständige Versorgungssysteme -...

Weiterer Rückgang im Jahr 2025: Nordrhein zählt nur noch 1.897 Apotheken

Düsseldorf (ots) - Statistik: Apothekenzahlen: Trotz fünf Neugründungen setzt sich der rückläufige Trend fort: 43 Apotheken weniger Die...

„Sweet Tooth Trial“: Die Vorliebe für den süßen Geschmack lässt sich nicht abgewöhnen / Neujahrsvorsatz „weniger süß“ durch aktuelle Studie infrage gestellt

Köln (ots) - "Weniger süß zu essen" zählt zu den klassischen Vorsätzen zum Jahresbeginn - schließlich stehen...

Au revoir, Sido: Plattform darf keine Werbung für Medizinalcannabis mehr mit Rap-Musiker machen / Einstweilige Verfügung wird Bloomwell nun zugestellt – Politik gefragt

Düsseldorf (ots) - Die Apothekerkammer Nordrhein geht auch weiter erfolgreich gegen Plattformen vor, die offensichtlich Medizinalcannabis zu...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

BAR-Fachgespräch 2026: Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung / Dialog-Veranstaltung am 28. und 29. April 2026 in Kassel

Frankfurt am Main/Kassel (ots) - In Deutschland begegnen sich mit Rehabilitation und Pflege zwei eigenständige Versorgungssysteme - gesetzlich getrennt, im Alltag für Menschen mit...

Weiterer Rückgang im Jahr 2025: Nordrhein zählt nur noch 1.897 Apotheken

Düsseldorf (ots) - Statistik: Apothekenzahlen: Trotz fünf Neugründungen setzt sich der rückläufige Trend fort: 43 Apotheken weniger Die Zahl der öffentlichen Apotheken in den Regierungsbezirken...

„Sweet Tooth Trial“: Die Vorliebe für den süßen Geschmack lässt sich nicht abgewöhnen / Neujahrsvorsatz „weniger süß“ durch aktuelle Studie infrage gestellt

Köln (ots) - "Weniger süß zu essen" zählt zu den klassischen Vorsätzen zum Jahresbeginn - schließlich stehen süß schmeckende Lebensmittel seit Jahren im Verdacht,...