Samstag, März 2, 2024

Ausbildungsabbrüche in der Pflege nehmen zu – Experte verrät, wie Unternehmen jetzt gegensteuern

Hannover (ots) –

Mit einem alarmierenden Anstieg der Ausbildungsabbrüche in der Pflegebranche sehen sich Unternehmen mit einer drängenden Herausforderung konfrontiert: Der Beruf muss für die junge Generation endlich wieder attraktiv werden. Doch warum kommt es in der Pflege überhaupt zu überdurchschnittlich vielen Abbrüchen?

„Die Pflegeausbildung ist anspruchsvoll und erfordert eine umfassende Unterstützung der Azubis – das fehlt allerdings in vielen Pflegeunternehmen“, sagt Max Grinda. „Frühzeitige Warnsignale werden meist nicht erkannt, obwohl sie oft mehr als eindeutig sind.“ Max Grinda ist der Geschäftsführer von FM Recruiting. Sein Team konnte bereits über 250 Pflegeeinrichtungen bei der Mitarbeitergewinnung unterstützen. Nachfolgend verrät der Experte, was Pflegeunternehmen gegen die Ausbildungsabbrüche tun können.

Hintergrund: Deshalb brechen so viele Auszubildende in Pflegeeinrichtungen ab

Um zu verstehen, wo das Problem bei der Ausbildung in Pflegeberufen liegt, lohnt es sich, die Abbrüche genauer in Augenschein zu nehmen. Dabei stellt sich heraus, dass die Mehrheit im zweiten Ausbildungsjahr der Pflege den Rücken kehrt.

Verantwortlich dafür sind verschiedene Bedürfnisse der Beteiligten. Grundlegend geht es im ersten Ausbildungsjahr darum, erste Erfahrungen in einem vom Auszubildenden gewählten Orientierungsbereich zu sammeln. Dabei werden den Azubis in ihrem ersten Pflegeunternehmen Zuständige zugeteilt, an die sie sich stets bei Fragen wenden können. Im zweiten Ausbildungsjahr sieht die Situation jedoch anders aus. Denn nun erfolgen Pflichteinsätze in unterschiedlichen Einrichtungen und somit auch neuen Orientierungsbereichen, sei es der ambulanten oder stationären Pflege oder der pädiatrischen Versorgung.

Das Pflegepersonal in diesen Pflegeunternehmen erwartet von Lehrlingen dann bereits gewisse Grundkenntnisse, die sie im Idealfall selbstständig umsetzen können. Aufgrund des Personalmangels sind sie zudem auf tatkräftige Unterstützung angewiesen, für lange Erklärungen ist normalerweise keine Zeit. Die Auszubildenden hingegen bringen nicht automatisch ein fundiertes Wissen in allen Bereichen mit. Sie benötigen demnach Unterstützung von den erfahrenen Pflegekräften – die ihnen oft verwehrt bleibt. Hinzu kommt, dass sie sich parallel zur Arbeit auf ihre Zwischenprüfung vorbereiten müssen. Diese Belastung auf mehreren Ebenen führt zu Frust auf beiden Seiten und zunehmender Überforderung bei den Auszubildenden, bis sie schließlich aufgeben und die Ausbildung abbrechen.

Maßnahmen: Das müssen Pflegeschulen tun, um Ausbildungsabbrüchen entgegenzuwirken

Um die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu reduzieren, sind vor allem die Pflegeschulen gefragt. Sie sind das Bindeglied zwischen den Auszubildenden und den Lehrbetrieben. In erster Linie sollten sie bei ihren Schülern verstärkt auf Anzeichen von Überforderung oder anderen negativen Gefühlen gegenüber der Pflegebranche achten.

Diese zeigen sich normalerweise über einen längeren Zeitraum, denn bis es tatsächlich zum Abbruch kommt, vergehen häufig mehrere Monate. Sobald ein Auszubildender in dieser Hinsicht auffällig wird, ist es die Aufgabe der Pflegeschule, ihm mit Verständnis zu begegnen und gemeinsam Möglichkeiten der Unterstützung zu erarbeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt werden Schwierigkeiten mit dem Druck, der in der Branche herrscht, oft noch als Schwäche und mangelnde Eignung für die Pflege betrachtet – eine Haltung, die sich die Branche eigentlich nicht leisten kann.

Perspektive: So sollte sich die Ausbildung in der Pflegebranche langfristig verändern

Auszubildende sind für die Pflegebranche enorm wichtig im Kampf gegen den Fachkräftemangel; deshalb sollten die Ausbildungsbetriebe und die Pflegeschulen gemeinsam an neuen Richtlinien für die Lehrzeit arbeiten, die die Interessen der Auszubildenden mehr in den Mittelpunkt stellen. In diesem Zusammenhang ist die Gründung von Ausbildungsverbünden überlegenswert. Neutrale externe Berater können dabei helfen, unvoreingenommen die Perspektive der Lehrlinge einzunehmen.

Unabhängig davon ist eine schnell umzusetzende Sofortmaßnahme die Bereitstellung eines festen Ansprechpartners für die Auszubildenden in jedem Pflegeunternehmen. Er sollte die Rolle eines Mentors einnehmen und bei allen Fragen konsultiert werden können, ohne dass der Auszubildende sich Sorgen machen muss, abgewiesen zu werden. Das erhöht die Wertschätzung für die Ausbildung.

Über Max Grinda:

Max Grinda und Felix Hahnewald sind die Geschäftsführer von FM Recruiting. FM Recruiting hat die Mitarbeitergewinnung in der Pflege wieder einfach gemacht. Deutschlandweites Vertrauen bei stationären Pflegeheimen, Pflegediensten und Einrichtungen der Behinderten- und Eingliederungshilfe, über 250 Partnerunternehmen und mehr als 18.000 generierte Bewerbungen haben gezeigt: FM Recruiting ist der Partner für die Pflegebranche. Weitere Informationen unter: https://fm-recruiting.de/.

Pressekontakt:
https://fm-recruiting.de/
Max Grinda und Felix Hahnewald
FM Consulting GmbH
E-Mail: [email protected]

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