Montag, Juli 22, 2024

Apotheken wollen digitale Unterstützung bei der Medikationsberatung

Meran (ots) –

Apotheken sind schon heute in vielen Bereichen digital gut aufgestellt, etwa in der Warenwirtschaft. „Auch im sensiblen Bereich der Medikationsberatung brauchen die Apothekerinnen und Apotheker weitere digitale Unterstützung. Diese muss sich an den gelebten Prozessen orientieren, damit sie die Arbeit erleichtern kann“, sagte Professorin Dr. Hanna Seidling beim Fortbildungskongress pharmacon. Die Apothekerin leitet die Kooperationseinheit Klinische Pharmazie am Universitätsklinikum Heidelberg. Beim Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer erläuterte Seidling am Beispiel der Medikationsberatung, was die Digitalisierung leisten können sollte.

Ein Teil der Medikationsberatung ist die Erfassung aller Medikamente. Hier könne die Digitalisierung die Apothekenteams unterstützen. Seidling sah eine große Chance in der elektronischen Patientenakte (ePA). „Durchschnittlich dauert es 32 Minuten, bis in der Anamnese alle Medikamente erfasst worden sind. Ab Januar 2025 soll die „ePA für alle“ automatisch mit den Daten aus den verordneten und abgegebenen E-Rezepten befüllt werden, sofern die Patientinnen oder Patienten nicht widersprechen. Diese Daten sind eine gute Grundlage für die Erstellung eines Medikationsplans, der ab Juli 2025 ebenfalls in der ePA angelegt sein wird und auf den sowohl Ärzte und Apotheker zugreifen können, um weiter damit zu arbeiten. Ich bin optimistisch, dass das den Zeitaufwand auch in den Apotheken deutlich verringern wird“, sagte Seidling.

Herzstück der Medikationsberatung ist die Analyse der gesamten Medikation, unter anderem auf Wechselwirkungen oder Anwendungsfehler. Seidling: „Hier werden schon heute verschiedene elektronische Systeme zur Durchführung insbesondere zur Entdeckung von Risiken in der Medikation eingesetzt. Die Herausforderung: die Vielzahl der Warnungen, die dann entstehen. Hier braucht es Algorithmen oder auch Ansätze der künstlichen Intelligenz (KI), um die Alertlast zu reduzieren. „Ob ein potentielles Problem aber auch relevant ist, werden aber weiterhin nur Apothekerinnen und Apotheker im Austausch mit den Patientinnen und Patienten und den Ärztinnen und Ärzten bewerten können“, sagte Seidling.

Die Apothekerin sah auch das Risiko einer Überforderung der Patientinnen und Patienten im Umgang mit neuen Informationsquellen. Seidling: „In der Regel ist bei der KI unklar, welche Quellen genutzt wurden. Das kann bei gesundheitsbezogenen Informationen gefährlich sein. Patientinnen und Patienten sind Angebote mit qualitätsgesicherten Gesundheitsinformationen zudem oft weniger bekannt als zum Beispiel Wikipedia oder Suchmaschinen – auch hier können Apothekerinnen und Apotheker Aufklärungsarbeit leisten.“

Mehr Infos unter www.abda.de

Pressekontakt:
Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004-131, [email protected]. Ursula Sellerberg, Stellv. Pressesprecherin, 030 4000 4134 [email protected]
Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

Aktiv gegen Fehler bei der Arzneimitteltherapie / Jährlich müssen etwa 250.000 Menschen wegen Medikationsfehlern ins Krankenhaus / Worauf zu achten ist, und wie man...

Baierbrunn (ots) - Ob bei Infektionen oder Herzproblemen, bei Krebs oder Diabetes: Medikamente retten weltweit Millionen Leben....

Schmerzen in den Füßen – Experte verrät, was bei einer Fußfehlstellung hilft

Düsseldorf (ots) - Mit der Wandersaison im Sommer kommen gleichzeitig häufig Fußprobleme zum Vorschein. Gerade längere Wanderungen...

Moderne Bildsprache und angesagte Trendfarben / medi setzt Standards mit neuer Design-Kampagne für medizinische Rund- und Flachstrickversorgungen

Bayreuth (ots) - Immer wieder neue, innovative Designs und ansprechende Produkte zu entwickeln, die den Lebensstil ihrer...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

Aktiv gegen Fehler bei der Arzneimitteltherapie / Jährlich müssen etwa 250.000 Menschen wegen Medikationsfehlern ins Krankenhaus / Worauf zu achten ist, und wie man...

Baierbrunn (ots) - Ob bei Infektionen oder Herzproblemen, bei Krebs oder Diabetes: Medikamente retten weltweit Millionen Leben. Doch die Arzneimitteltherapie ist sehr anfällig für...

Praxisprojekt „BVB Bewegt“ / ISM Studenten beraten Borussia Dortmund bei der strategischen Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeitsinitiative zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Dortmund

Dortmund (ots) - Kinder und Jugendliche in Deutschland bewegen sich zu wenig. Laut den Zahlen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2023...

Schmerzen in den Füßen – Experte verrät, was bei einer Fußfehlstellung hilft

Düsseldorf (ots) - Mit der Wandersaison im Sommer kommen gleichzeitig häufig Fußprobleme zum Vorschein. Gerade längere Wanderungen in unpassendem Schuhwerk können oft zu Schmerzen...