Mittwoch, März 11, 2026

Longevity: So werden wir gesund alt / Schmerzmediziner Dr. Andreas Böger zu wirksamen Mitteln, um die gesunde Lebenszeit zu verlängern

Kassel (ots) –

Der Wunsch, schmerzfrei, vital und möglichst lange gesund zu leben, prägt aktuell den Trend zur sogenannten Longevity. Doch was steckt tatsächlich dahinter? Dr. med. Andreas Böger, Chefarzt im Schmerzzentrum der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, erklärt, welche Faktoren das Altern beeinflussen und wie jeder seine gesunde Lebenszeit aktiv verlängern kann.

Mit zunehmendem Alter häufen sich Beschwerden wie Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und nachlassende geistige Fitness. „Es läuft einfach nicht mehr alles wie von selbst“, so Böger. Doch ein großer Teil des Alterns ist beeinflussbar, vor allem durch Ernährung und Bewegung. Entzündungshemmende Lebensmittel, wenig Zucker, viel Gemüse sowie der Fokus auf gute Fette können Schmerzen reduzieren und den Körper unterstützen. Hochverarbeitete Lebensmittel und körperliche Passivität hingegen wirken sich negativ aus.

Bewegung ist für Böger ein zentraler Baustein: Muskelmasse schwindet, Faszien verkleben, antientzündliche Botenstoffe fehlen. Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining wirken dem entgegen. Entscheidend sei, einen Sport zu finden, der Spaß mache und wenig Überwindung koste. Das könnte Radfahren sein, aber auch Qi Gong, Karate oder Tanzen.

Für geistige Fitness brauche das Gehirn vor allem immer wieder neue Anregungen. Sozialer Austausch, neue Erfahrungen und lebenslanges Lernen halten mental beweglich. Auch die Psyche spielt eine Schlüsselrolle: Depressionen können Entzündungen fördern und damit Schmerzen verursachen. Auch deshalb setzt das Schmerzzentrum Kassel auf psychotherapeutische Begleitung.

Wie viel Einfluss wir auf das Altern nehmen können, werde unterschätzt. Zwar spielen Gene eine Rolle, doch laut Böger ist eine gesunde Lebensführung der deutlich wichtigere Faktor. Besonders entscheidend seien die Jahre zwischen 40 und 50. In dieser Lebensphase könne man noch sehr gut umsteuern. Um mit der Vorbereitung für ein gesundes Altern zu beginnen, sei es aber nie zu spät.

Die Schmerzmedizin selbst kann viel zur Lebensqualität beitragen. Ziel sei es, Patientinnen und Patienten aus der passiven Rolle zu holen. Das Kasseler Aktiv Programm kombiniert klassische Medizin mit Osteopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin, Physio- und Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Mikronährstoffen, psychologischen Methoden und Ansätzen zur Schlafverbesserung.

Großes Potenzial sieht Dr. Andreas Böger in der regenerativen Medizin, die körpereigene Reparaturprozesse aktiviert. Dazu zählen spezielle Akupunktur, bioelektrische Axomera-Therapie und Eigenblutbehandlungen, die Entzündungen reduzieren und die Regeneration fördern.

Dass gesundes Altern möglich ist, zeigen die „Blue Zones“ in Japan, Italien, Griechenland und Costa Rica – Regionen, in denen Menschen überdurchschnittlich alt werden. Gemeinsame Faktoren: viel Bewegung, frische Ernährung, enge soziale Netze, wenig Stress und Aufgaben bis ins hohe Alter.

Kritisch betrachtet Böger, dass der Longevity-Trend teils als Luxusmedizin wahrgenommen wird. Die wichtigsten Maßnahmen seien jedoch für jeden zugänglich und auch leicht umsetzbar. Wichtig: Sie sollten nicht zu neuem Leistungsdruck führen.

Pressekontakt:
Stefanie Hadding, Kommunikationsmanagerin Vitos Nordhessen, Tel. 05624 – 6010265, [email protected]
Original-Content von: Vitos gGmbH, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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