Mittwoch, Januar 21, 2026

Wechseljahre als Wirtschaftsfaktor: Neue Studie zeigt Handlungsbedarf für Unternehmen

Berlin (ots) –

Erste deutsche Studie zu Wechseljahren und Führungskräften:

Unternehmen profitieren von Enttabuisierung und konkreten Programmen

Wechseljahresbeschwerden kosten deutsche Unternehmen jährlich Milliarden. Die erste deutsche Studie „Wechseljahre und Leadership“, beauftragt von den Healthcare Frauen e.V. (HCF), belegt: Mehr als jede zweite weibliche Führungskraft erlebt die Wechseljahre als mentale und körperliche Herausforderung. Für Unternehmen entstehen dadurch Produktivitätsverluste, Know-how-Verlust und steigende Rekrutierungskosten – gleichzeitig liegen enorme Chancen in einer proaktiven Unternehmenskultur.

Milliardenverluste durch Tabuisierung

Die Untersuchung zeigt: 51,9 % der Befragten berichten von spürbaren Leistungseinbußen, 38,8 % reduzierten ihre Arbeitszeit oder wechselten die Position. Laut einer Erhebung der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin summieren sich die wirtschaftlichen Folgekosten auf rund 9 Milliarden Euro pro Jahr, denn Millionen berufstätiger Frauen in Deutschland sind von Wechseljahresbeschwerden betroffen. International werden sogar mehr als 150 Milliarden US-Dollar an Produktivitätsverlusten ausgewiesen (Mayo Clinic, 2023).

„Unternehmen, die das Thema Wechseljahre enttabuisieren und konkrete Unterstützungsangebote schaffen, sichern sich nicht nur motivierte Mitarbeiterinnen, sondern reduzieren signifikant ihre Kosten“, betont Prof. Dr. Susanne Eble, Studienleiterin und Beirätin bei HCF, einem der führenden Netzwerke weiblicher Führungskräfte im Gesundheitswesen.

Strategische Ressource statt Risiko

Frauen in dieser Lebensphase sind hochqualifiziert, erfahren und oft in Schlüsselpositionen tätig. Frühzeitige Kündigungen oder verpasste Karriereschritte bedeuten für Unternehmen nicht nur Wissenstransferverluste, sondern auch steigende Recruiting- und Einarbeitungskosten. Erfolgreiche Praxisbeispiele aus Großbritannien und den USA – etwa bei Vodafone oder Diageo – belegen, dass gezielte Menopause-Support-Programme die Produktivität und Mitarbeiterbindung nachhaltig steigern. „Deutschland hinkt hier noch hinterher. Das wollen wir Healthcare Frauen nicht so stehen lassen und engagieren uns für eine Enttabuisierung der Wechseljahre auf politischer, gesellschaftlicher, aber auch wirtschaftlicher Ebene“, so Cornelia Wanke, Vorständin der Healthcare Frauen.

Handlungsbedarf: Was Unternehmen jetzt tun müssen

Unternehmen müssen Wechseljahre als strategisches Thema verstehen, um Kosten zu reduzieren und weibliche Führungskräfte zu halten. Die HCF-Studie benennt konkrete Handlungsfelder:

– Offene Kommunikation & Führungskräfteschulungen
– Flexible Arbeitszeitmodelle & Homeoffice
– Gezielte Gesundheitsangebote
– Kultur der Wertschätzung und Wissensbewahrung

Der vollständige Studienbericht steht zum Download bereit:

www.healthcare-frauen.de/projekte/womeninchange

Einladung zum Online-Event – Auftakt der Kampagne „I am a Women in Change“

Am 2. Oktober startet die neue Kampagne „I am a Women in Change“ mit einem digitalen Kick-Off-Event (60 Minuten). Auf dem Programm: Vorstellung der Studienergebnisse, Praxisbeispiele von Unternehmen wie Vodafone und Gedeon Richter sowie eine interaktive Session. Unternehmen, Führungskräfte und HR-Verantwortliche sind eingeladen, teilzunehmen und Impulse für eigene Strategien mitzunehmen.

Termin: Do., 02.10.25, 12:00 – 13:00 Uhr

Format: Online (MS Teams)

Jetzt anmelden und Teil der Bewegung werden: https://ots.de/idHPqe

Zu den Healthcare Frauen e.V.

Healthcare Frauen e.V. (HCF) ist ein Netzwerk von führenden Managerinnen in der deutschsprachigen Gesundheitsbranche. Die 2007 gegründete Businessplattform fördert den fachlichen, persönlichen und geschäftlichen Austausch von weiblichen Führungskräften in verschiedenen Bereichen der Branche und die Healthcare Frauen Einfluss auf die Gestaltung des Gesundheitswesens. Besonderes Anliegen ist es, den weiblichen Nachwuchs für Führungspositionen zu ermutigen und auf dem Weg dorthin zu unterstützen. Dazu dient u.a. ein Mentoring-Programm, das aufstiegswillige junge Frauen mit Hilfe erfahrener Führungspersönlichkeiten auf ihrem Karriereweg begleitet und unterstützt. Mehr als 90 Unternehmen der Gesundheitsbranche haben dieses Angebot bislang wahrgenommen. HCF setzt mit meinungsbildenden Seminaren und Vorträgen zukunftsweisende Impulse für die Healthcare-Branche. Zum Vorstand gehören Emily Andreae, Martina Gripp, Jutta Kristen, Cornelia Wanke und Katharina Schmidtke. Mehr Infos unter www.healthcare-frauen.de

Pressekontakt:

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