Freitag, September 30, 2022

Rückenmarkstimulation wirksam bei therapierefraktärer schmerzhafter diabetischer Neuropathie

München (ots) –

Symptome der schmerzhaften diabetischen Neuropathie (Painful Diabetic Neuropathy, PDN) lassen sich durch die Hochfrequente Rückenmarkstimulation signifikant und nachhaltig reduzieren. Dazu erschienen 12-Monats-Daten aus der randomisierten kontrollierten Studie Senza-PDN in der Januar-Ausgabe von ‚Diabetes Care‘ [1].

Die Ergebnisse von Senza-PDN zeigen, dass die Hochfrequente Rückenmarkstimulation (10-kHz-SCS) bei Patienten mit persistierender PDN zu einer signifikanten, anhaltenden Schmerzlinderung und zu Verbesserungen der PDN-bezogenen neurologischen Funktion der unteren Extremitäten führt. „Für PDN-Patienten, denen die medikamentöse Therapie nicht ausreichend hilft, sehen wir die Rückenmarkstimulation als wirksame und vielversprechende Alternative“, erklärt Dr. med. Thorsten D. Luecke MD, Leiter Schmerzambulanz und Multimodale Schmerztherapie am Verbundkrankenhaus Linz-Remagen.

Konkrete Ergebnisse der RCT-Studie

Nach 12 Monaten respondierten 86 % der Studienteilnehmer, die eine 10-kHz-SCS erhalten hatten (Schmerzlinderung von > 50 %). Die tatsächliche durchschnittliche Schmerzlinderung betrug sogar 77,1 % (Reduktion des Wertes auf der Visuellen Analogskala (VAS) gegenüber dem Ausgangswert). Zudem ließen sich bei 68 % der 10-kHz-SCS-Behandlungsgruppe Verbesserungen in der PDN-bezogenen neurologischen Funktion beobachten. Die Tests umfassten Untersuchungen der Motorik, der sensorischen Funktion und der Reflexe der unteren Extremitäten. Dr. Luecke kommentiert diese Zahlen folgendermaßen: „Die Studienergebnisse lassen sich in der Praxis reproduzieren. Wir wenden das Verfahren bei Diabetikern mit schmerzhafter Polyneuropathie an und die Erfolge sind gut bis sehr gut.“

Studiendesign

Initial wurden 216 Patienten in die Studie eingeschlossen, die ihre PDN-Diagnose vor mindestens 12 Monaten erhalten und sich unter konventioneller medikamentöser Behandlung (Conventional Medical Management, CMM) therapierefraktär gezeigt hatten, deren Schmerzen mindestens bei 5 cm auf der VAS lagen und die grundsätzlich für die medizinische Behandlung geeignet waren. Die Patienten wurden in zwei Studienarme randomisiert: ein Arm erhielt ausschließlich CMM, der andere CMM plus 10-kHz-SCS. Bei unzureichendem Behandlungserfolg nach 6 Monaten (< 50 % Verbesserung) konnten die Patienten den Studienarm wechseln (Cross-over Design). Während aus der CMM plus 10-kHz-SCS-Gruppe niemand wechselte, waren es aus der CMM-Gruppe 77 von 95 Patienten. Die 12-Monats-Auswertung beinhaltet 84 Patienten, die anfänglich 10-kHz-SCS erhielten, plus 58 Cross-over-Patienten.

Weitere kürzlich veröffentlichte Fachartikel unterstützen die Anwendung von 10-kHz-SCS bei PDN

Das Bild wird vervollständigt durch positive Ergebnisse aus zwei weiteren Veröffentlichungen: eine Real-World-Auswertung der 10-kHz-SCS [2] und eine Literatur-Auswertung [3], die die Evidenz der hochfrequenten und niederfrequenten SCS evaluiert. Zwischenzeitlich wurde die Rückenmarkstimulation in der Praxisempfehlung der DDG [4] zur diabetischen Neuropathie als vielversprechende Behandlungsoption für pharmakotherapierefraktäre Patienten aufgenommen.

Weitere Informationen unter https://www.nevro.com/German/home/default.aspx.

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Quelle: ots

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