Donnerstag, April 25, 2024

Lieferengpassgesetz: Bundesregierung verpasst Chance für Verbraucherschutz

Berlin (ots) –

Mit dem heute vom Bundeskabinett beschlossenen Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) wird eine große Chance verpasst, das Lieferengpassmanagement in den Apotheken ab dem Sommer abzusichern und zu verbessern. Die Beschlussvorlage von Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach enthält weiterhin erhebliche inhaltliche Mängel, die Bundesrat und Bundestag nun im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens beheben müssen, damit Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker den Verbraucherschutz von Millionen Patientinnen und Patienten auch künftig garantieren können.

„Lieferengpässe bei Medikamenten werden leider auf absehbare Zeit nicht zu vermeiden sein und müssen deshalb in den Apotheken effizient gemanagt werden“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: „Die Apotheken brauchen dazu Entscheidungsfreiheit und Handlungsspielraum, um beim Einlösen eines Rezeptes ein vorrätiges Ersatzmedikament abzugeben, statt den Patienten oder die Patientin zu vertrösten oder für ein neues Rezept zur Arztpraxis zurückzuschicken. Kurzum: Die Patientinnen und Patienten müssen schnell, unbürokratisch und sicher versorgt werden. Der Kabinettsentwurf zum Lieferengpassgesetz verpasst jedoch leider immer noch die Chance, die Arzneimittelversorgung langfristig abzusichern.“

Arnold weiter: „Die Bundesregierung löst die Lieferprobleme mit diesem Gesetz leider nicht. Nun muss der Bundestag nachbessern. Wir brauchen keine zwei Verfügbarkeitsanfragen beim Großhandel, wenn doch ein Alternativpräparat im Warenlager der Apotheke vorrätig ist. Als Engpass-Ausgleich für den Personal- und Zeitaufwand brauchen wir keinen zweistelligen Cent-Betrag, sondern einen zweistelligen Euro-Betrag. Wir brauchen Retaxationssicherheit, damit die Krankenkassen die Zahlung für den Arzneimittelpreis und das Apothekenhonorar nicht verweigern. Und wir brauchen die Möglichkeit, auch jederzeit Rezepturen und Defekturen selbst herzustellen, wenn kein industrielles Arzneimittel lieferbar ist. Klar ist in jedem Fall: Wir werden die Gesundheitspolitik in Berlin mit Protesten und Aktionen wachrütteln. Apotheken kaputtsparen? Mit uns nicht!“.

Weitere Informationen unter www.abda.de

Pressekontakt:
Christian Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004-137, [email protected]. Ursula Sellerberg, Stv. Pressesprecherin, 030 40004-134, [email protected]
Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

Dr. med. David Koppe ist der neue Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder) (ots) - Das Klinikum Frankfurt (Oder) begrüßt Dr. David Koppe als neuen Chefarzt der Klinik...

Europäischer Gesundheitsdatenraum: BPI fordert konsequente EU-weite Harmonisierung

Berlin (ots) - Der Europäische Gesundheitsdatenraum ist ein wichtiger Schritt für die Stärkung der Gesundheitsversorgung in Europa....

Welt-Impfwoche 2024 / Umfassender Meningokokken-Schutz kann lebenslange Folgen bei Babys und Kleinkindern verhindern

München (ots) - Das Immunsystem von Babys und Kleinkindern ist noch nicht vollständig ausgereift, daher sind sie...

Full-Service-Agentur m2c: Praxismarketing für Zahnärzte

Frankfurt am Main (ots) - Zahlreiche Zahnärzte sehen sich der wachsenden Herausforderung gegenübergestellt, neue Patienten zu gewinnen....

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

Dr. med. David Koppe ist der neue Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder) (ots) - Das Klinikum Frankfurt (Oder) begrüßt Dr. David Koppe als neuen Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Der 42-Jährige...

Europäischer Gesundheitsdatenraum: BPI fordert konsequente EU-weite Harmonisierung

Berlin (ots) - Der Europäische Gesundheitsdatenraum ist ein wichtiger Schritt für die Stärkung der Gesundheitsversorgung in Europa. Allerdings betont Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des...

Welt-Impfwoche 2024 / Umfassender Meningokokken-Schutz kann lebenslange Folgen bei Babys und Kleinkindern verhindern

München (ots) - Das Immunsystem von Babys und Kleinkindern ist noch nicht vollständig ausgereift, daher sind sie besonders anfällig, an Meningokokken zu erkranken. ...