Dienstag, Oktober 4, 2022

Influencerin Dariadaria spricht exklusiv über ADHS: „Eine Diagnose ist das Schönste. Weil sie dir etwas gibt, womit du arbeiten kannst“

Hamburg (ots) –

Modebloggerin und Influencerin Madeleine Darya Alizadeh alias @dariadaria spricht im neuen Magazin ZEIT CAMPUS (ab jetzt im Handel) exklusiv über ihre ADHS-Diagnose. Sie erinnert sich: „Ich habe arge Gefühlsschwankungen. Schon als Kind wurde ich schnell wütend und habe Menschen ständig beim Sprechen unterbrochen. Es hieß: ‚Du bist ja voll impulsiv.‘ Oft mit einer rassistischen Note: ‚Du bist halbe Iranerin, du bist halt impulsiv.‘ Gerade bei Frauen wird schnell ein Hysterie-Ding draus gemacht.“

In ihrer Familie sei die Hyperaktivität, die sie bei sich selbst erlebe, nicht ungewöhnlich: „Über alle Frauen in meiner Familie sagt man: ‚Die haben Hummeln im Hintern.‘ Das ist wohl das weibliche Pendant zum Zappelphilipp.“ Dariadarias Therapeutin habe ihr gesagt: „‚Das war eine leichte Diagnose.‘ Weil es full on ADHS war, 100 von 100.“ Durch das Wissen um ihre Diagnose könne Dariadaria sich selbst besser verstehen: „Viele sagen, eine Diagnose steckt sie in eine Schublade. Ich bin der Meinung: Eine Diagnose ist das Schönste. Weil sie dir etwas gibt, womit du arbeiten kannst. Sie ist keine Ausrede, sondern gibt dir Werkzeug in die Hand.“

Nach ihrer Diagnostizierung hat sich ihr Umgang mit Social Media geändert: „Seit ich weiß, dass ich ADHS habe, bin ich vorsichtiger und überlege fünfmal, ob ich etwas poste.“ Denn: „Sobald etwas gepostet ist, kann ich nichts mehr ändern. Oft war ich mir der Konsequenzen nicht so bewusst, weil ich impulsiv bin. Das geht dann so weit, dass ich teilweise Morddrohungen erhalten habe.“ Auch ihr Alltag hat sich gewandelt: „Heute nehme ich mir jeden Samstag eine Stunde Zeit, schneide Gemüse vor und gucke, dass ich immer drei Dinge zum Kochen zu Hause habe: einen Strudelteig, vorgekochten Reis und etwas geschnittenes Gemüse.“ Sie lerne, mit ihrer ADHS umzugehen: „Ich habe das Ritalin abgesetzt und nehme es seit etwa vier Monaten nicht mehr. Natürlich ist es jetzt schwieriger für mich, mich zu konzentrieren, aber ich lerne immer besser, damit zu leben.“

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Quelle: ots

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