Freitag, Januar 30, 2026

Geduld bei Diabetes: So wird das Warten erträglicher / Menschen mit Diabetes müssen Zeit in sich und die Therapie investieren / So gelingt es leichter

Baierbrunn (ots) –

Diabetes hat viel mehr mit Warten zu tun, als einem vielleicht bewusst ist. Wann sinkt endlich der Blutzucker? Wieso zeigt die Waage immer noch so viele Kilos an? Geduldig mit sich und seinem Körper sein, das begleitet Erkrankte meist lebenslang. Auch im Diabetesalltag ist oft Geduld gefragt: im Wartezimmer, bei Lieferengpässen von Medikamenten oder bei Anträgen für Hilfsmittel bei der Krankenkasse. Tipps, wie das Warten erträglicher wird, gibt das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Aus Ungeduld kann Aktivität erwachsen

Stress kann beispielsweise auch das Warten auf Medikamente erzeugen. „Wenn Sie ein Folgerezept brauchen, fragen Sie vorab in Ihrer Stammapotheke, ob das Medikament lieferbar ist“, rät Niklas Herkenhoff, Apotheker in Marl. „Falls nicht: Lassen Sie sich zu Alternativen beraten und besprechen Sie diese in Ihrer Praxis.“ Sein Tipp: Es ist sinnvoll, sich einige Wochen früher um ein Folgerezept zu kümmern und es einzulösen. Aber: Medikamente noch weiter im Voraus zu ordern, fördert Engpässe.

Sich weniger unter Druck zu setzen, das empfiehlt Dr. Katharina Tigges-Limmer, Leiterin der Abteilung für medizinische Psychologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Nach ihrer Ansicht kann Warten sogar eine positive Seite haben: „Aus Ungeduld kann durchaus etwas Gutes erwachsen, nämlich Aktivität. Das ist ein Motor. Gerade Menschen mit Diabetes Typ 2 haben viel mehr in der Hand, als sie denken. Sie müssen nicht warten, sie können ihr Leben selbst verändern.“ So lässt sich durch Ernährung und Bewegung der Verlauf der Diabetes-Erkrankung positiv beeinflussen. „Gerade im frühen Stadium ist es so möglich, den Spieß umzudrehen und eine Insulinpflicht zu verhindern“, so Tigges-Limmer.

Sich selbst für Zwischenerfolge belohnen

Wer Probleme mit dem Warten hat, sollte lernen, auch Zwischenerfolge zu würdigen. Viele seien sich darüber gar nicht bewusst, dass sie das zu wenig tun, so Katharina Tigges-Limmer. Die Waage zeigt ein Kilo weniger an oder der Langzeitblutzucker hat sich verbessert? Das sollte belohnt werden. Patientinnen und Patienten sollten sich dann überlegen, wie sie sich selbst etwas Gutes tun können. Das kann ein Abo für ein Fitnessstudio oder ein Tag mit einem Leihhund sein. „So etwas schafft positive Motivation und hilft besonders Menschen, die sich der Krankheit ausgeliefert fühlen“, erklärt Tigges-Limmer.

Tipp: Fragen Sie in der Praxis nach digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) für Menschen mit Diabetes oder Übergewicht. Diese Apps können dazu motivieren, den Lebensstil anzupassen und so die Blutzuckerwerte zu verbessern.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“ 2/2025 liegt aktuell in den meisten Apotheken aus. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.diabetes-ratgeber.net sowie auf Facebook (https://www.facebook.com/DiabetesRatgeber/) und Instagram (https://www.instagram.com/diabetes_ratgeber/).

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