Dienstag, Januar 6, 2026

Digitale Therapeuten: Warum ihnen die Zukunft gehört / Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) haben sich nach dem Startschuss vor fünf Jahren noch nicht durchgesetzt – obwohl sie viele Vorteile haben

Baierbrunn (ots) –

Bei Übergewicht liefern sie Tipps für Ernährung und Bewegung, bei Angststörungen lässt sich mit ihnen der Umgang mit auslösenden Situationen trainieren – solche digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) gibt es seit 2020 auf Rezept. Die therapeutischen Apps, die der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn vor fünf Jahren für Deutschland als erstes Land auf den Weg gebracht hat, sollen dabei helfen, die wachsende Anzahl von Patientinnen und Patienten bei knappen Ressourcen gut zu versorgen. Bis heute wissen jedoch nur wenige von dem Angebot. „Es ist ein Nischenprodukt und kommt nur in einzelnen Praxen, Fachgruppen oder Situationen an“, urteilt Dr. Lars Kroll, der für das Zentralinstitut (ZI) für die kassenärztliche Versorgung die Daten analysiert, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Apps gegen Depressionen unterstützen im Alltag

Eine unabhängige Untersuchung des Dresdner Forschungsprojekts ImplementDiGA hat jetzt allerdings herausgefunden, dass die digitale Hilfe funktioniert: 61 Prozent der Leistungserbringenden – etwa in ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen – sagen nach fünf Jahren: Der Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten verbessert sich durch die DiGA. Zum Beispiel Depressionen: Mithilfe digitaler Übungen können negative Denkmuster erkannt und verändert werden. Außerdem fördern die Apps mit Entspannungsübungen, Tagebuchfunktionen oder Programmen für mehr Selbstwirksamkeit das Wohlbefinden.

Bisher werden die Apps jedoch selten in Anspruch genommen: Im Jahr 2024 gab es für DiGa 400 000 Verordnungen, aber 700 000 000 kassenärztlich verordnete Arzneimittel. Der geringe Zuspruch geht auf fehlendes Wissen im Umgang mit den Apps, aber auch auf einen Dauerstreit zwischen den gesetzlichen Kassen und Entwicklern zurück: Die einen bemängeln die hohen Kosten der Apps, die anderen halten mit hohen Investitionskosten und bürokratischen Hürden dagegen.

Experten zufolge gehört den Apps jedoch die Zukunft – allein schon deshalb, weil sie nicht an Öffnungszeiten gebunden sind und unabhängig vom Termin bei Spezialistinnen und Spezialisten sowie den Angeboten in der jeweiligen Region funktionieren.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 8B/2025 ist aktuell in den meisten Apotheken erhältlich. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.apotheken-umschau.de sowie auf Facebook (https://www.facebook.com/Apotheken.Umschau/), Instagram (https://www.instagram.com/apotheken_umschau/) und YouTube (https://www.youtube.com/c/apothekenumschautv).

Pressekontakt:
Katharina Neff-Neudert, PR-Manager
Tel.: 089/744 33-360
E-Mail: [email protected]
www.wortundbildverlag.de
https://www.linkedin.com/company/wort-&-bild-verlag/
Original-Content von: Wort & Bild Verlagsgruppe – Gesundheitsmeldungen, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

International anerkannter Krebsexperte Prof. Udo Vanhoefer wechselt an Asklepios Klinik Barmbek

Hamburg (ots) - Individualisierte und innovative Krebsmedizin: Onkologisches Zentrum Barmbek führend im nationalen und internationalen Vergleich Das...

Suchtmediziner Dr. Andreas Jähne über problematischen Alkoholkonsum, den Dry January und neuen Wege in der Suchtmedizin / „Viele würden nie in eine Beratungsstelle gehen,...

Hamburg / Freiburg (ots) - Interview mit Dr. med. Andreas Jähne, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtmedizin...

Luftrettung in Berlin aus einer Hand / DRF Luftrettung übernimmt Betrieb von Christoph 31

Berlin (ots) - Die DRF Luftrettung hat heute den Betrieb des Rettungshubschraubers Christoph 31 übernommen. Das Einsatzspektrum...

Natürlichkeit im Fokus: Wie Dr. Hendrike Kampmann zu neuem Strahlen im Spiegel verhilft

Staufen (ots) - Immer mehr Menschen wünschen sich nicht ein anderes, sondern ihr vertrautes Spiegelbild zurück. Irgendwann...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

International anerkannter Krebsexperte Prof. Udo Vanhoefer wechselt an Asklepios Klinik Barmbek

Hamburg (ots) - Individualisierte und innovative Krebsmedizin: Onkologisches Zentrum Barmbek führend im nationalen und internationalen Vergleich Das Onkologische Zentrum der Asklepios Klinik Barmbek zählt...

Suchtmediziner Dr. Andreas Jähne über problematischen Alkoholkonsum, den Dry January und neuen Wege in der Suchtmedizin / „Viele würden nie in eine Beratungsstelle gehen,...

Hamburg / Freiburg (ots) - Interview mit Dr. med. Andreas Jähne, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtmedizin Herr Dr. Jähne, warum ist Alkohol für...

Luftrettung in Berlin aus einer Hand / DRF Luftrettung übernimmt Betrieb von Christoph 31

Berlin (ots) - Die DRF Luftrettung hat heute den Betrieb des Rettungshubschraubers Christoph 31 übernommen. Das Einsatzspektrum und das Einsatzgebiet der Station bleiben unverändert,...