Mittwoch, Januar 7, 2026

BPI zum Ampel-Aus: Pharmazeutische Industrie setzt auf stabile Regierung

Berlin (ots) –

„Wir brauchen so schnell wie möglich eine neue, handlungsfähige Regierung und politische Klarheit – auch mit Blick auf Ansprechpartner und Prioritäten“, betont Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI). „Es ist entscheidend, dass die Bundesregierung ihre politische Neuordnung nicht in die Länge zieht, sondern schnell für einen zukunftsfesten Kurs sorgt. Die gesamte pharmazeutische Branche braucht dringend verlässliche Rahmenbedingungen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten – das sind wir unseren Patientinnen und Patienten schuldig.“

BPI pflegt gute Beziehungen zu allen Regierungsparteien

Bereits im November vergangenen Jahres fand dazu der „Pharma-Gipfel“ im Kanzleramt statt, bei dem der BPI in erster Reihe vertreten war. Im Gespräch mit Olaf Scholz konnte der BPI damals die Anliegen der Branche direkt adressieren.

Auch in diesem Jahr stand der BPI regelmäßig im Dialog mit der Bundesregierung und den zuständigen Ministerien. Im Mai folgten sowohl der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sowie Oppositionsführer Friedrich Merz der Einladung zur BPI-Hauptversammlung – ein klares Zeichen dafür, dass die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Industrie parteiübergreifend anerkannt wurde.

Und zuletzt am vergangenen Montag wurde der BPI-Vorsitzende Oliver Kirst zum wirtschaftspolitischen Spitzengespräch der FDP eingeladen. Finanzminister Christian Lindner sprach sich dabei für eine „wirtschaftspolitische Neuausrichtung“ aus und forderte Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Ein wesentlicher Vorschlag: Ein Moratorium für neue Gesetze, die künftig nur dann erlassen werden sollen, wenn sie keine zusätzliche Bürokratie für die Wirtschaft bedeuten. „Diesen Vorstoß finden wir gut, denn noch immer ist das Standortthema bedingt durch eine Vielzahl an bürokratischen Lasten für viele pharmazeutischen Unternehmen mit existenziellen Fragen verbunden“, sagt Joachimsen.

Pharmatempo halten

„Neben den positiven Anreizen durch das Medizinforschungsgesetz für die Branche ist die pharmazeutische Industrie nach wie vor mit einer Vielzahl an gesetzlichen Neuregelungen konfrontiert, die nur noch zusätzlich belasten. Unsere Unternehmen brauchen Entlastung und wirtschaftliche Stabilität – und das kann nur durch eine handlungsfähige Regierung sichergestellt werden“, sagt Joachimsen.

Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte gestern Abend an, bis Weihnachten alle Gesetze zur Abstimmung zu stellen, die keine Verzögerung dulden. Darunter sollen auch Sofortmaßnahmen für die Industrie fallen. „Langfristige Planungssicherheit und Verlässlichkeit sind für die pharmazeutische Industrie essenziell. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern machen wir uns seit Jahren für stabile Produktions- und Lieferbedingungen in der Versorgung sowie für faire und investitionsfreudige Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung stark. Auch mit Blick auf die internationale Außenwirkung und den Erhalt sowie Ausbau von Deutschland und der EU als attraktiven Pharmastandort, ist eine stabile nationale Regierung daher wichtiger denn je. Mit unserem breit aufgestellten Netzwerk auf Landes-, Bundes- und Europaebene bleiben wir weiter im Austausch mit allen politischen Entscheidungsträgern, die ebenso wie wir das Ziel verfolgen, gemeinsam den Pharmastandort Deutschland – von der Forschung bis zur Produktion von Arzneimitteln – voranzubringen und zugleich bestehende bürokratische Hürden für Unternehmen abzubauen. Wie das gelingen kann, zeigt unser Masterplan Pharma (https://www.bpi.de/pharmaindustrie/standort-deutschland/masterplanpharma)“, betont Joachimsen.

Pressekontakt:
Laura Perotti (Stellvertretende Pressesprecherin), Tel. 030 27909-131, [email protected]
Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

Unterrichtsqualität und schulisches Wohlbefinden hochbegabter Jugendlicher: Karg-Stiftung fördert Forschungsprojekt im William Stern Programm an der Universität Leipzig

Frankfurt am Main (ots) - Mit dem William Stern Programm fördert die Karg-Stiftung ein neues Forschungsprojekt zur...

International anerkannter Krebsexperte Prof. Udo Vanhoefer wechselt an Asklepios Klinik Barmbek

Hamburg (ots) - Individualisierte und innovative Krebsmedizin: Onkologisches Zentrum Barmbek führend im nationalen und internationalen Vergleich Das...

Suchtmediziner Dr. Andreas Jähne über problematischen Alkoholkonsum, den Dry January und neuen Wege in der Suchtmedizin / „Viele würden nie in eine Beratungsstelle gehen,...

Hamburg / Freiburg (ots) - Interview mit Dr. med. Andreas Jähne, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtmedizin...

Luftrettung in Berlin aus einer Hand / DRF Luftrettung übernimmt Betrieb von Christoph 31

Berlin (ots) - Die DRF Luftrettung hat heute den Betrieb des Rettungshubschraubers Christoph 31 übernommen. Das Einsatzspektrum...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

Unterrichtsqualität und schulisches Wohlbefinden hochbegabter Jugendlicher: Karg-Stiftung fördert Forschungsprojekt im William Stern Programm an der Universität Leipzig

Frankfurt am Main (ots) - Mit dem William Stern Programm fördert die Karg-Stiftung ein neues Forschungsprojekt zur Bedeutung von Unterrichtsqualität für das schulische Wohlbefinden...

International anerkannter Krebsexperte Prof. Udo Vanhoefer wechselt an Asklepios Klinik Barmbek

Hamburg (ots) - Individualisierte und innovative Krebsmedizin: Onkologisches Zentrum Barmbek führend im nationalen und internationalen Vergleich Das Onkologische Zentrum der Asklepios Klinik Barmbek zählt...

Suchtmediziner Dr. Andreas Jähne über problematischen Alkoholkonsum, den Dry January und neuen Wege in der Suchtmedizin / „Viele würden nie in eine Beratungsstelle gehen,...

Hamburg / Freiburg (ots) - Interview mit Dr. med. Andreas Jähne, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtmedizin Herr Dr. Jähne, warum ist Alkohol für...