Dienstag, Januar 20, 2026

Preis: Geplantes Gesetz zu Medizinalcannabis würde den Verbraucherschutz stärken

Berlin (ots) –

Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände begrüßt die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgeschlagenen Änderungen am Medizinalcannabisgesetz. Am heutigen Montag ist ein Referentenentwurf aus dem BMG bekanntgeworden, mit dem das Ministerium von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Online-Verordnungen von medizinischem Cannabis regulieren will. ABDA-Präsident Thomas Preis dazu: „Das Anliegen der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Cannabisverordnung durch Ärztinnen und Ärzte und die anschließende Abgabe durch Apothekerinnen und Apotheker sicherer zu machen, begrüßen wir ausdrücklich. Arzneimittel sind keine handelsüblichen Konsumgüter und gehören nicht auf rein kommerziell ausgerichtete Handelsplattformen.“

Erst Anfang Juni hatte die Bundesapothekerkammer in einer Resolution auf die Missstände in der Verordnung von Medizinalcannabis hingewiesen und die Politik aufgefordert, Maßnahmen zur Stärkung des Verbraucherschutzes einzuführen. Auch Gutachten sehen die direkte Weiterleitung der Plattformen von Cannabis-Rezepten an kooperierende Versandapotheken kritisch. ABDA-Präsident Preis fügt hinzu: „Wie im BMG-Entwurf richtig dargestellt ist, gibt es immer mehr Internet-Plattformen, auf denen Cannabis-Verordnungen nur nach dem Ausfüllen eines Fragebogens ausgestellt werden. Wir halten es für extrem bedenklich, dass solche Plattformen lediglich der ‚Beschaffung‘ von Verschreibungen dienen. Die ärztliche Entscheidung einer Arzneimitteltherapie mutiert so zu einem reinen Bestellvorgang. Eine persönliche, pharmazeutisch fundierte Beratung zu Cannabisblüten sollte mit Blick auf das hohe Suchtrisiko und Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung bei jungen Menschen durch die Apotheke vor Ort stattfinden.“

Der ABDA-Präsident stellt zudem klar, dass die Apothekerschaft nicht per se gegen digitale Versorgungslösungen ist: „Die Apothekerschaft beteiligt sich schon seit Jahren an der Weiterentwicklung digitaler Versorgungsmodelle. Beispiele dafür sind die Einführung des E-Rezept-Systems und die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA). Bei allen neuen Versorgungsentwicklungen muss aber sichergestellt sein, dass die hohe pharmazeutische Qualität, die individuelle Beratung und der Schutz der Patientinnen und Patienten an erster Stelle stehen.“

Mehr Informationen unter www.abda.de

Pressekontakt:
Benjamin Rohrer, Pressesprecher, 030 40004-131, [email protected] Splett, Stv. Pressesprecher, 030 40004-137, [email protected]
Original-Content von: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

BPI begrüßt EU-Parlaments-Votum: Critical Medicines Act kann zum industriepolitischen Hebel werden

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) begrüßt, dass das EU-Parlament mit seiner heutigen...

Frauenherzen schlagen anders. Zeit zu handeln. / Bundesweiter #GoRed-Aktionstag: Freitag, 6. Februar 2026

Berlin (ots) - Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Trotzdem werden die Warnzeichen dafür noch immer...

3,2 Millionen Anträge, eine Strukturreform und mehr Transparenz: Teilhabeverfahrensbericht 2025 veröffentlicht

Frankfurt am Main (ots) - Der Teilhabeverfahrensbericht (THVB) 2025 der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) legt für...

Apotheken für Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nutzen / Fortbildungskongress pharmacon

Schladming (ots) - Das Potential der Apotheken sollte bei der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch stärker genutzt werden....

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

BPI begrüßt EU-Parlaments-Votum: Critical Medicines Act kann zum industriepolitischen Hebel werden

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) begrüßt, dass das EU-Parlament mit seiner heutigen Abstimmung zum Critical Medicines Act (CMA) den...

Frauenherzen schlagen anders. Zeit zu handeln. / Bundesweiter #GoRed-Aktionstag: Freitag, 6. Februar 2026

Berlin (ots) - Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Trotzdem werden die Warnzeichen dafür noch immer zu spät erkannt, Risiken unterschätzt und Prävention...

3,2 Millionen Anträge, eine Strukturreform und mehr Transparenz: Teilhabeverfahrensbericht 2025 veröffentlicht

Frankfurt am Main (ots) - Der Teilhabeverfahrensbericht (THVB) 2025 der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) legt für das Berichtsjahr 2024 umfassende Kennzahlen zum Reha-...