Dienstag, Februar 17, 2026

Kreuzallergien: Wie Pollen- und Nahrungsmittelallergien zusammenhängen und man einer Anaphylaxie vorbeugen kann

Hamburg (ots) –

Ob als Snack, im Kuchen oder als Brotaufstrich: Obst und auch Nüsse gehören für viele Genießerinnen und Genießer auf die persönliche Speisekarte. Doch was, wenn beispielsweise nach dem Verzehr eines Apfels Symptome wie juckende Lippen, geschwollene Mundschleimhaut oder Hustenreiz auftreten? Dahinter kann eine sogenannte Kreuzallergie stecken, auch bekannt als „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie“. Oft sind die Symptome mild. Jedoch kann sich in seltenen Fällen eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) entwickeln – mit lebensbedrohlichen Folgen wie Atemnot, Blutdruckabfall und Bewusstlosigkeit.

So entstehen Kreuzallergien – die Rolle des Immunsystems

Bei einer Allergie kommt es zu einer Fehleinschätzung des menschlichen Immunsystems. Auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder auch Lebensmittel reagiert das Immunsystem fälschlicherweise mit einer gesteigerten Immunantwort. Diese äußert sich in allergischen Symptomen wie beispielsweise einer laufenden Nase oder juckenden Augen – bei einer Nahrungsmittelallergie mit Blähungen, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Beim Kontakt mit sogenannten Allergenen (Allergieauslöser) bildet das Immunsystem Abwehrstoffe gegen bestimmte Bestandteile (Eiweiße) in den Allergenen. Und weil Lebensmittel wie Äpfel, Haselnüsse oder Pflaumen Eiweiße enthalten, die denen von Pollen sehr ähnlich sind, verwechselt das Immunsystem diese mit Pollenproteinen und reagiert beim Verzehr ebenfalls allergisch. „Am häufigsten äußern sich die Symptome in Mund und Rachen“, erklärt Prof. Dr. med. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Charité Berlin. „Es kommt dort zu Schwellungen, Juckreiz oder Kribbeln im Mund und an den Lippen. Deshalb ist es im ersten Schritt wichtig, herauszufinden, welche Kreuzallergie man hat. Da nicht alle Lebensmittel, bei denen es zu Kreuzallergien kommen kann, für alle Menschen mit Pollenallergien gleichermaßen problematisch sind, ist ein Ernährungs- und Symptomtagebuch hilfreich, um Muster zu erkennen.“

Allergie und Therapie regelmäßig prüfen – Adrenalin im Notfallset bereithalten

Allergien können sich im Laufe der Zeit verändern oder auch neu entstehen. Dies wird beeinflusst von unterschiedlichen Faktoren wie u. a. hormonellen Veränderungen oder beruflicher Exposition gegenüber allergieauslösenden Stoffen oder bestimmten Faktoren aus der Umwelt. „Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass Betroffene plötzlich eine anaphylaktische, also schwere allergische Reaktion, zeigen können“, sagt Prof. Dr. med. Margitta Worm. „Diese tritt binnen weniger Minuten nach Kontakt mit dem Allergieauslöser auf. Atemnot, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit können die Folge sein, sodass jede Minute zählt, um den Betroffenen zu helfen. Deshalb sollten Allergikerinnen und Allergiker regelmäßige ärztliche Kontrolltermine vereinbaren. Dabei können u. a. neue Allergieauslöser und neue Schweregrade einer Allergie geprüft werden und ob die laufende Therapie noch passend ist. Für Menschen mit einem Risiko für anaphylaktische Reaktionen ist ein Notfallset unentbehrlich, in dem Adrenalin als Autoinjektor oder als Nasenspray enthalten ist. Als wichtigstes Notfallmedikament gemäß den medizinischen Leitlinien stabilisiert Adrenalin den Kreislauf, erleichtert die Atmung und kann die überschießende allergische Reaktion eindämmen.“

Kreuzallergien im Überblick – eine Auswahl auf Basis von Pollenallergien

Die Art der Pollenallergie bestimmt, auf welche Lebensmittel die Betroffenen „kreuzallergisch“ reagieren können. Wichtig zu wissen: Kreuzallergien beschränken sich nicht nur auf Pollen, sondern können auch bei Hausstaub- oder Latexallergien sowie anderen Allergien auftreten. Bei einer Allergie gegen Baumpollen ist eine Kreuzallergie z. B. gegen Apfel, Haselnuss oder Pfirsich möglich. Im Falle einer Gräser- und Getreidepollenallergie kann sich eine Kreuzallergie z. B. gegen Mehl oder Tomaten manifestieren. Sind Menschen gegen Beifußpollen allergisch, besteht die Möglichkeit einer Kreuzallergie z. B. gegen Gewürze, Karotte oder Sellerie.

Informationen zum Thema Allergien, Kreuzallergien, Anaphylaxie und modernen Behandlungsmöglichkeiten sowie hilfreiche Checklisten finden Menschen mit Allergien und deren Eltern, Betreuerinnen und Betreuer auf www.allergiecheck.de.

Pressekontakt:
Golin Germany, Christina Grohé, E-Mail: [email protected]
Original-Content von: ALK-Abelló Arzneimittel GmbH, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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