Donnerstag, Januar 15, 2026

Krebstherapien: Ergänzen, nicht ersetzen / Krebspatienten haben eine große Auswahl an ergänzenden Methoden / Manche können die Heilung unterstützen, andere wecken nur falsche Hoffnungen

Baierbrunn (ots) –

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene ein Schock, und die Therapie oft hart. Bei einer Krebserkrankung können alternative Methoden, die die sogenannte schulmedizinische Behandlung ergänzen, hilfreich sein – solange ihr Nutzen nachgewiesen ist. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ zeigt, was bei ergänzenden Methoden zu beachten ist.

Pflanzliche Präparate sind nicht harmlos

Fast die Hälfte aller Tumorpatienten wendet zwar ein komplementäres Verfahren an, aber ein Viertel davon erzählt es ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nicht, beobachtet Prof. Dr. Christoph Ritter von der Universität Greifswald. „Rein statistisch besteht bei 30 Prozent dieser Patientinnen und Patienten die Gefahr von gefährlichen Wechselwirkungen mit der konventionellen Therapie.“ Die Tasse Grüntee am Tag, um die Abwehrkräfte zu stärken? Ist harmlos. Kapseln mit Grüntee-Extrakt wiederum können unter Umständen die Wirkung bestimmter Krebsmedikamente abschwächen.

Anders als viele glauben, sind auch pflanzliche Präparate nicht harmlos. Auch hier können Wechselwirkungen die Therapie negativ beeinflussen, beispielsweise das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut. Und Aprikosenkerne, die manchmal als „natürliches Krebsmittel“ beworben werden, sind sogar gefährlich: Die Kerne können zu einer Blausäurevergiftung führen – das kann tödlich enden.

Jede Tablette mit Ärztin oder Arzt abklären

Nahrungsergänzungsmittel können gezielt einen Mangel ausgleichen und so beispielsweise das Immunsystem stärken oder Nebenwirkungen der Therapie minimieren. Allerdings sollte gerade bei Krebs immer erst genau untersucht werden, ob bei Patientin oder Patient überhaupt ein Mangel vorliegt und welches Supplement zur Krankheit passt. Denn das ist , so die „Apotheken Umschau“ komplexer als gedacht. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten Betroffene beispielsweise keine Antioxidantien – wie Vitamin C – nehmen. Studien haben gezeigt, dass sich dies negativ auf die Heilung auswirken kann, warnen Onkologinnen und Onkologen. Deshalb sollte wirklich jede Kapsel und jedes Pülverchen, das auf dem Frühstückstisch liegt, mit Ärztin oder Arzt abgeklärt werden.

Zu den komplementärmedizinischen Verfahren bei einer Krebserkrankung gehört auch Bewegung, sagt Dr. Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst in Heidelberg: „Mittlerweile gibt es eine recht gute Evidenz aus Studien, dass ein angepasstes Bewegungsprogramm, etwa bei Darm- und Brustkrebs, nicht nur gegen die allgemeine Schwäche hilft, sondern sogar das Rückfallrisiko senken kann.“ Tipp: Beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beantworten Ärztinnen und Ärzte unter 0800/420 30 40 (tägl. 8-20 Uhr) oder [email protected] Fragen zum Thema Krebs.

Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 12A/2023 ist aktuell in den meisten Apotheken erhältlich. Viele weitere interessante Gesundheits-News gibt es unter https://www.apotheken-umschau.de sowie auf Facebook (https://www.facebook.com/Apotheken.Umschau/), Instagram (https://www.instagram.com/apotheken_umschau/) und YouTube (https://www.youtube.com/c/apothekenumschautv).

Pressekontakt:
Julie von Wangenheim, Leitung Unternehmenskommunikation
Katharina Neff-Neudert, PR-Manager
Tel.: 089/744 33-360
E-Mail: [email protected]
www.wortundbildverlag.de
https://www.linkedin.com/company/wort-&-bild-verlag/
Original-Content von: Wort & Bild Verlagsgruppe – Gesundheitsmeldungen, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

BAR-Fachgespräch 2026: Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung / Dialog-Veranstaltung am 28. und 29. April 2026 in Kassel

Frankfurt am Main/Kassel (ots) - In Deutschland begegnen sich mit Rehabilitation und Pflege zwei eigenständige Versorgungssysteme -...

Weiterer Rückgang im Jahr 2025: Nordrhein zählt nur noch 1.897 Apotheken

Düsseldorf (ots) - Statistik: Apothekenzahlen: Trotz fünf Neugründungen setzt sich der rückläufige Trend fort: 43 Apotheken weniger Die...

„Sweet Tooth Trial“: Die Vorliebe für den süßen Geschmack lässt sich nicht abgewöhnen / Neujahrsvorsatz „weniger süß“ durch aktuelle Studie infrage gestellt

Köln (ots) - "Weniger süß zu essen" zählt zu den klassischen Vorsätzen zum Jahresbeginn - schließlich stehen...

Au revoir, Sido: Plattform darf keine Werbung für Medizinalcannabis mehr mit Rap-Musiker machen / Einstweilige Verfügung wird Bloomwell nun zugestellt – Politik gefragt

Düsseldorf (ots) - Die Apothekerkammer Nordrhein geht auch weiter erfolgreich gegen Plattformen vor, die offensichtlich Medizinalcannabis zu...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

BAR-Fachgespräch 2026: Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung / Dialog-Veranstaltung am 28. und 29. April 2026 in Kassel

Frankfurt am Main/Kassel (ots) - In Deutschland begegnen sich mit Rehabilitation und Pflege zwei eigenständige Versorgungssysteme - gesetzlich getrennt, im Alltag für Menschen mit...

Weiterer Rückgang im Jahr 2025: Nordrhein zählt nur noch 1.897 Apotheken

Düsseldorf (ots) - Statistik: Apothekenzahlen: Trotz fünf Neugründungen setzt sich der rückläufige Trend fort: 43 Apotheken weniger Die Zahl der öffentlichen Apotheken in den Regierungsbezirken...

„Sweet Tooth Trial“: Die Vorliebe für den süßen Geschmack lässt sich nicht abgewöhnen / Neujahrsvorsatz „weniger süß“ durch aktuelle Studie infrage gestellt

Köln (ots) - "Weniger süß zu essen" zählt zu den klassischen Vorsätzen zum Jahresbeginn - schließlich stehen süß schmeckende Lebensmittel seit Jahren im Verdacht,...