Mittwoch, Januar 21, 2026

„Die Pandemie besiegen wir nur weltweit – oder gar nicht“ / Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller fordert gegenüber apotheken-umschau.de mehr internationale Solidarität

Baierbrunn (ots) – 70 Prozent des Impfstoffes gegen Covid-19 wurden bisher laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den zehn reichsten Ländern verimpft. „Das ist nicht jene internationale Solidarität, die notwendig ist, um Corona zu stoppen. Manche Länder haben sich doppelt so viel Impfstoff gesichert, wie sie für ihre Bürger bräuchten“, sagt Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller im Gespräch mit dem Gesundheitsportal apotheken-umschau.de (https://www.apotheken-umschau.de/artikel_775049.html) anlässlich des heutigen Weltgesundheitstages.

„EU stellt eine Milliarde Euro – entschieden zu wenig“

In Deutschland hemmen nach Ansicht von Müller überbordende Bürokratie und fehlende klare Zuständigkeiten die Impffortschritte. „Ich blicke aber auch auf die Welt und stelle fest, dass ein System der Verteilung für eine globale Impfkampagne vorhanden ist, wie es sie noch nie gab“, so der Minister. Mit der Impfplattform Covax seien Strukturen vorhanden, um in diesem Jahr mindestens 20 Prozent der Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu versorgen.

Skandalös findet es Müller allerdings, dass für die Bereitstellung von Impfstoffen über Covax sowie für lebensrettende Arzneimittel und Tests 22 Milliarden Dollar fehlen: „Die Weltgemeinschaft sollte diese Lücke bald schließen.“ Bis jetzt stellt die EU eine Milliarde Euro zur Verfügung – „entschieden zu wenig, wo doch gleichzeitig ein europäisches Wirtschaftsprogramm von 1.000 Milliarden Euro finanziert wird“. Die Pandemie könne nur weltweit besiegt werden – oder gar nicht. „Sonst kommt das Virus mit dem nächsten Flugzeug oder Schiff zu uns zurück“, warnt Müller.

2022 könnte Weltbevölkerung durchgeimpft sein

Deutschland gehe in Sachen Corona-Bekämpfung voran, betont Müller: 2020 und 2021 stelle die Bundesregierung über die globale Kooperationsplattform ACT-A knapp 2,2 Milliarden Euro zur Entwicklung, Produktion und weltweit gerechten Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, Diagnostika und Therapeutika zur Verfügung. Darüber hinaus fördere Deutschland die WHO mit einer Milliarde Euro.

Wenn die Covid-19-Impfstoffproduktion wie erwartet steigt, könnte die Weltbevölkerung 2022 durchgeimpft sein, erwartet Müller. „Doch das Virus mutiert – dann kann es sein, dass wir wieder neue Impfstoffe brauchen und die globale Impfkampagne zur Daueraufgabe wird.“ Es gelte auch, die nächste Pandemie zu verhindern. Denn klar sei: „Corona wird nicht die letzte sein“, prognostiziert der Bundesentwicklungsminister. „Schon jetzt haben die Forscher circa 40 weitere ähnlich gefährliche Viren entdeckt.“

Das Interview mit Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller lesen Sie auf dem Gesundheitsportal apotheken-umschau.de unter www.apotheken-umschau.de/artikel_775049.html.

Pressekontakt:
Dr. Judith Pöverlein
Tel. 089 / 744 33 343
E-Mail: [email protected]
www.wortundbildverlag.de
Original-Content von: Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Mehr vom Autor

Wenn Ihr Arzt sagt „das ist das Alter“ – und warum Martina Leukert das als gefährlichste Fehldiagnose für Frauen sieht

Neuwied (ots) - Müdigkeit, Brain Fog, ständiges Frieren oder unerklärliche Gewichtszunahme – für viele Frauen ab 40...

Warum Sie ständig frieren: Martina Leukert erklärt, was Ihre Körpertemperatur über Ihren Energiestoffwechsel verrät

Neuwied (ots) - Zwar scheint der Alltag wie gewohnt zu laufen, doch innerlich fühlen sich viele Frauen...

Apotheken sind kompetent bei Früherkennung und Therapiebegleitung von Bluthochdruck / Fortbildungskongress pharmacon

Schladming (ots) - Apotheken können sich bei der Früherkennung von Bluthochdruck und der Begleitung der ärztlichen Therapie...

BPI begrüßt EU-Parlaments-Votum: Critical Medicines Act kann zum industriepolitischen Hebel werden

Berlin (ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) begrüßt, dass das EU-Parlament mit seiner heutigen...

Ähnliche Artikel

Advertismentspot_img

Neueste Beiträge

Wenn Ihr Arzt sagt „das ist das Alter“ – und warum Martina Leukert das als gefährlichste Fehldiagnose für Frauen sieht

Neuwied (ots) - Müdigkeit, Brain Fog, ständiges Frieren oder unerklärliche Gewichtszunahme – für viele Frauen ab 40 beginnen körperliche Veränderungen schleichend, während Alltag, Beruf...

Warum Sie ständig frieren: Martina Leukert erklärt, was Ihre Körpertemperatur über Ihren Energiestoffwechsel verrät

Neuwied (ots) - Zwar scheint der Alltag wie gewohnt zu laufen, doch innerlich fühlen sich viele Frauen dauerhaft erschöpft, antriebslos und auffällig kälteempfindlich. Trotz...

Apotheken sind kompetent bei Früherkennung und Therapiebegleitung von Bluthochdruck / Fortbildungskongress pharmacon

Schladming (ots) - Apotheken können sich bei der Früherkennung von Bluthochdruck und der Begleitung der ärztlichen Therapie noch stärker einbringen als bisher. "Die Apotheken...